Das siebte GelöbnisPaulina Chiziane:
Das siebte Gelöbnis

aus dem mosambikanischen Portugiesisch
übersetzt von Michael Kegler
Brandes und Apsel Verlag 2003
EUR 19,90

»So etwas möchte ich nie wieder schreiben«, erklärte Paulina Chizane nach ihrem Bürgerkriegsroman Wind der Apokalypse. »Jedes Mal, wenn ich damit wieder anfange«, fährt sie in einem Interview mit der portugiesischen Wochenzeitung Expresso fort, »sehe ich die Gesichter, die Bilder, die Stimmen ...« Doch es sei ihre Pflicht gewesen, diesen Krieg zu erzählen.

Doch In ihrem dritten Roman (nach Liebeslied an den Wind und Wind der Apokalypse) begibt sich Paulina Chiziane erneut auf Spurensuche in das Moçambique der Gegenwart.

Diesmal geht es um Macht, Korruption und die Mächte des Bösen, die sich, wie zu vermuten ist, nicht nur in der phantastischen Welt des afrikanischen Pantheon befinden.

David ist Leiter einer Fabrik, wohlhabend und korrupt. Doch plötzlich sieht er sich mit unüberwindlichen Problemen konfrontiert. Seine Machtstellung, die er sich als Held des Befreiungskampfes erworben hat, ist in Gefahr, und auch in der Familie steht nicht alles zum Besten. Ein Pakt mit uralten Gottheiten verspricht Abhilfe. Geblendet von den schier grenzenlosen Möglichkeiten dieser Allianz der bösen Mächte taucht David tief ein in die Welt der Magie.

Die Ebenen des Realen und des Phantastischen verweben sich bis zur Unkenntlichkeit und geben den Blick frei auf eine Realität, die vielleicht mit den Mitteln des Realismus nicht mehr fassbar wäre. Und die Mythen die Chiziane in diesem Roman heraufbeschwört, sind keinesfalls nur die traditionellen afrikanischen Gottheiten. Christentum, Marxismus, Revolutionsromantik und Zauberei verschmelzen zu einem Weltbild in dem der Einzelne nur noch machtlos, atemlos und relativ verloren um die eigene Autonomie ringt.


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